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Die Mitglieder des Vereins Freundeskreis Waldkrankenhaus Köppern e.V. unterstützen ehrenamtlich Patienten im Waldkrankenhaus durch Ausrichtung von Aktivitäten für und mit den Patienten. Mit diesen Mitteln tragen wir zum Abbau von Vorurteilen gegenüber psychisch Kranken und suchtmittelabhängigen Menschen bei und fördern deren Integration in die Gesellschaft. Hier möchten wir mit Anderen in Kontakt treten!

Freundeskreis Waldkrankenhaus Köppern e.V.

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Die Professor-Emil-Sioli-Ehrenmedaille wurde vom Verein Freundeskreis Waldkrankenhaus Köppern e.V. gestiftet und das erste Mal in 2012 verliehen.

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Als ich das Urteil erhielt und Sozialstunden aufgedonnert bekam, bekam ich auch gleichzeitig eine Liste mit verschiedenen Anlaufstellen.

 Da ich in Köppern wohnte, war natürlich die erste Anlaufstelle das Waldkrankenhaus.

Also stellte ich mich nach einer Terminvereinbarung vor, und mir wurde direkt gesagt, in der Gärtnerei sei nichts frei. GOTT SEI DANK, denn dafür schlug mir die nette Sekretärin vor, Kontakt mit dem Freundeskreis Waldkrankenhaus Köppern e.V. aufzunehmen, weil der Freundeskreis ein Internet-Café für die Patienten betreibe.

 So kam mein Erstgespräch mit Dieter Becker, dem Schriftführer und Vorstandsmitglied des Freundeskreises, zustande. Er erklärte, mir welche Aufgaben anfallen würden, wie zum Beispiel Staubsaugen, Toiletten mal putzen (toll dachte ich), Kaffee kochen und das Café allgemein in Schuss und ordentlich zu halten. Außerdem auch mal ein offenes Ohr für Patientenanliegen zu haben und auf Sie einzugehen. Er erinnerte mich daran, dass das Waldkrankenhaus ein psychiatrisches Krankenhaus ist und ich hauptsächlich für Patienten und Café da sein solle.

 Jetzt gehts los, mein erster Tag. Natürlich erst mal ein komisches Gefühl, aber es sollte besser kommen als angenommen, ich wurde direkt mit einer wirklich netten und vertrauensfördernden Art aufgenommen. Keinerlei Vorurteile oder ähnliches, nur wirkliche ehrliche Freundlichkeit und Entgegenkommen. COOL, wenn das so weiter geht, und so war es dann auch. Jeder, aber wirklich jeder, war hilfsbereit und wirklich freundlich.

 Mit jeder Aufgabe, sogar Toiletten putzen, gefiel mir die Aufgabe besser und besser. Ich komme mittlerweileile grundsätzlich eine Stunde früher, um in aller Ruhe Kaffee zu kochen, einmal die Woche Toiletten zu reinigen, zu saugen und einfach alles schön und sauber zu machen, damit sich Patienten und natürlich auch wir Mitarbeiter im Café wohlfühlen. Aber das ist noch lange nicht alles. Das Vertrauen ging relativ schnell soweit, dass ich den Schlüssel alleine holen durfte (obwohl ich noch kein Mitglied war) und das Café auch allein machen durfte. Das zeugt in meinen Augen von sehr viel Vertrauen, welches ich niemals enttäuschen würde. Es macht sogar Spaß, von meinem eigenen Geld ab und zu mal was Süßes mitzubringen, und es ist schön, wie sich alle darüber freuen. In der Stunde vor Öffnung sauge ich immer zuerst durch, mache danach am Freitag immer die Toiletten frisch. Zum Glück passiert dort eher selten ein Malheur. Dann schalte ich den Kaffeeautomat ein (die alte Krücke muss ja erstmal eine viertel Stunde vorglühen, bis das Wasser warm ist), fahre die ganzen Computer hoch und melde die Internetsoftware an.

Zudem muss ich sagen, dass ich gerade durch das ganze Verhalten der Mitglieder - und vor allem von Damian Bednorz, Dieter Becker und natürlich auch den anderen Mitgliedern - wirklich angefangen habe, an meiner Sozialkompetenz zu arbeiten. Ich habe gelernt, dass man mit Freundlichkeit und auch Verständnis doch mehr bewirken kann als mit „dem Kopf durch die Wand“. Eine neue Erfahrung für mich, muss ich mir leider eingestehen. Es erfordert bei mir zwar noch einiges an Übung, aber das wird schon (hoffe ich). Ich bin, war einfach ein Mensch der relativ schnell aufgebraust ist. Zwar nicht im Sinne von gewalttätig, aber trotzdem fühle ich mich so immer besser und zufriedener mit mir, wenn ich genau das nicht mehr mache. Ab und zu bricht es zwar noch durch, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass das dann irgendwann komplett überwunden ist.

Den Verdienst dafür muss ich absolut dem Freundeskreis zuschreiben. Wenn man nämlich mit Menschen umgehen darf, die psychische Probleme haben, und man sieht ,wie diese Menschen mit ihrer Krankheit umgehen, sollte man dankbar sein, dass es einem gut geht. Und man denkt darüber nach, ob das eigene Verhalten immer richtig und angemessen ist.

Aber wie gesagt, das habe ich auch erst durch die Patienten und den Freundeskreis gelernt.

Daher habe ich mich entschlossen, als Mitglied weiter zu machen. Was ich erreicht habe? Ich habe meine Stunden weg, bin jetzt im Besitz meines Mitgliedsausweises und habe meine erste Mitgliederversammlung mitgemacht. Und es macht immer noch genauso viel Spaß wie am Anfang.

Dank des Freundeskreises und der Patienten habe ich wirklich viel für mich dazugelernt.

Danke dafür, Euer

 O.B.

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