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Die Mitglieder des Vereins Freundeskreis Waldkrankenhaus Köppern e.V. unterstützen ehrenamtlich Patienten im Waldkrankenhaus durch Ausrichtung von Aktivitäten für und mit den Patienten. Mit diesen Mitteln tragen wir zum Abbau von Vorurteilen gegenüber psychisch Kranken und suchtmittelabhängigen Menschen bei und fördern deren Integration in die Gesellschaft. Hier möchten wir mit Anderen in Kontakt treten!

Freundeskreis Waldkrankenhaus Köppern e.V.

Kompetent mit Menschen

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Einmaliges Angebot: Internet-Cafe für psychisch Kranke

Friedrichsdorf-Köppern/Wehrheim. Inmitten von Wiesen und Wäldern und ausgestattet mit einer schnellen Anbindung an die weltweite Datenautobahn – dafür steht das Vitos Waldkrankenhaus Köppern aus Sicht der Patienten. Surfen können die psychisch Kranken im Internet-Cafe des Freundeskreis Waldkrankenhaus Köppern im „Emil-Sioli-Begegnungszentrum“, das am Mittwoch offiziell seiner Bestimmung übergeben wurde. Das Wehrheimer Unternehmen „Fußboden Wagner“ spendete dazu den Bodenbelag inklusive Verlegung.

Der neue Freizeit-Treff des Fördervereins befindet sich ebenerdig in einer ehemaligen Krankenstation und misst rund 160 Quadratmeter, unterteilt in zwei Büros, einen Küchenbereich, sanitäre Anlagen sowie einen zentralen Aufenthaltsraum mit Tresen, Billardtisch, gemütlichen Sitzecken und Bistrotischen. Mit der Namensgebung „Emil-Sioli-Begegnungszentrum“ erinnert der Freundeskreis an den Gründer des Waldkrankenhauses, der in Köppern im Jahr 1901 neue Behandlungsmethoden für psychisch Kranke eingeführt hatte und dafür auch seine Assistenten Alois Alzheimer und Franz Nissl gewinnen konnte. Siolis Konzept basierte im Wesentlichen auf der Vermeidung von Zwangsmitteln, so dass es Patienten des Waldkrankenhauses unter anderem gestattet war, sich im Klinikpark frei zu bewegen oder sogar Ausflüge in die Umgebung zu unternehmen. „Rückwärtsgewandtes Denken ist auch uns fremd. Wir halten es mit Prof. Emil Sioli, der sich offen zeigte für innovative Behandlungsansätze, und dessen Geist wir uns verpflichtet fühlen“, betonte der Freundeskreis-Vorsitzende Damian Bednorz anlässlich der Einweihungsfeier.

Aus diesem Grund sollen die Räumlichkeiten auch kreativ genutzt werden. Während in der Küche künftig eine Kochgruppe werkeln wird, ist der etwa 100 Quadratmeter große Aufenthaltsraum - das „Herzstück“ des neuen Begegnungszentrums – für kulturelle und gesellige Veranstaltungen vorgesehen. Für die Psychiatrie-Patienten sind jedoch die Internet-Terminals von besonderer Bedeutung, weil mit Hilfe der globalen Vernetzung tragfähige Brücken „nach draußen“ entstehen oder erhalten bleiben. „Unsere Patienten sind in der Lage, online Kontakte zu pflegen, soziale Netzwerke zu besuchen, sich um Jobs und Wohnungen zu kümmern oder sich schlau zu machen über poststationäre Behandlungs- und Betreuungsangebote“, erläuterte Bednorz. Das Angebot des Internet-Cafes bestehe zwar bereits seit 2010, allerdings in deutlich kleineren und bescheidener ausgestatteten Büroräumen, so der 44-jährige Krankenpfleger. „Unser ursprüngliches Cafe maß magere 35 Quadratmeter und war nicht barrierefrei erreichbar. Beides ist jetzt mit einem Schlag behoben.“

Das Internet-Cafe für psychisch Kranke gilt als einmaliges Angebot in den Einrichtungen der Vitos-Holding. „Andernorts befinden sich vergleichbare Projekte vor allem aufgrund von juristischen Detailfragen noch in der Pipeline“, sagte Bednorz und bezifferte die Zahl surfender Besucher im Internet-Cafe allein für das Jahr 2012 auf rund 1.000 Personen. Der Freundeskreis-Vorsitzende dankte allen Spendern, darunter Vitos Hochtaunus, die Energieversorger Süwag und Mainova, die Fresenius AG sowie der Frankfurter Finanzdienstleister ICAP. Besonderen Dank sprach er dem Unternehmen „Fußboden Wagner“ in Wehrheim aus, das dem Freundeskreis für Teppichboden und Verlegung eine Sachspende in Höhe von rund 3.800 Euro zukommen ließ.

Lob für das ehrenamtliche Engagement der Fördervereine Freundeskreis Waldkrankenhaus Köppern und Laienhilfe Miteinander äußerte der Friedrichsdorfer Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne). „Es gibt wohl kaum eine Kommune, in der eine psychiatrische Einrichtung in vergleichbarer Weise akzeptiert und angenommen ist“, sagte er und plädierte erneut für einen Verbleib des Waldkrankenhauses in Köppern. Die Naturnähe der Klinik im Köpperner Tal nannte er im Vergleich zu dem Areal an der Autobahn 661 in Bad Homburg einen „klaren Standortvorteil“.

Auch Stephan Köhler, der Geschäftsführer von Vitos Hochtaunus, fand anerkennende Worte für den Freundeskreis. „Unser Geschenk an Sie ist die Zusage, dass Sie die Räume kostenfrei nutzen können und wir Ihr Engagement auch weiterhin unterstützen werden.“

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