Dieter Becker

Freundeskreis Waldkrankenhaus Köppern: Ambitionierte Ziele bis 2020

Jul 1, 2019 | Aktuelles | 0 Kommentare

Köppern / Bad Homburg, 1. Juli 2019. Der Freundeskreis Waldkrankenhaus Köppern will bis Mitte 2020 – dem voraussichtlichen Eröffnungszeitpunkt der psychiatrischen Klinik in Bad Homburg – eine spürbare Zunahme seines Spendenaufkommens und der Mitgliederzahlen erreichen. Diese ambitionierten Ziele hat sich der Vereinsvorstand in neuer Zusammensetzung für seine gerade begonnene Amtszeit vorgenommen. Die Jahreshauptversammlung des Freundeskreises hat das Vorgehen einstimmig verabschiedet.

Hintergrund der Pläne ist die für 2020 erwartete Fertigstellung der Vitos Klinik Bad Homburg. Dass es derzeit auf der Baustelle der neuen psychiatrischen Klinik auf dem Gesundheitscampus mit großen Schritten vorangeht, ist mit bloßem Auge zu erkennen. So ist seit der Grundsteinlegung im September 2019 in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hochtaunusklinikum ein viergeschossiges Gebäude entstanden, in dem auf einer Nutzfläche von rund 6.000 Quadratmetern die Gerontopsychiatrie, die Depressionsstation und zwei allgemeinpsychiatrische Behandlungseinheiten untergebracht werden sollen. Hinzu kommen eine Psychotherapie-Station und die Institutsambulanz des Waldkrankenhauses. Darüber hinaus ist ein eigener Bereich für die Kinder- und Jugendpsychiatrie Vitos Klinik Rheinhöhe vorgesehen. In der psychiatrischen Klinik von Vitos Hochtaunus in Bad Homburg will der Freundeskreis mit einem Internet-Angebot tätig werden. Die „Blaupause“ dafür liefert das Internet-Café im Waldkrankenhaus Köppern, das der Förderverein 2010 eröffnet hat und seitdem mit großem Erfolg anbietet. Das in den hessischen Psychiatrien wohl einzige Café dieser Art ermöglicht den Patienten die Kontaktpflege zur „Außenwelt“, was für Menschen in psychiatrischen Einrichtungen von besonderer Bedeutung ist. Der Grund: Freundschaften und familiäre Bindungen geben Halt und sind daher gerade während des Klinikaufenthaltes elementar wichtig. Hinzu kommt, dass das weltweite Netz auch bei der Job- und Wohnungssuche oder im Rahmen der Recherche nach weiterführenden Therapieangeboten wertvolle Dienste leistet. Außerdem können über das Internet Behördengänge und wichtige persönliche Angelegenheiten erledigt werden. Das Internet-Café im Waldkrankenhaus ist für Patienten kostenfrei und kann an fünf Tagen pro Woche für jeweils zwei Stunden genutzt werden. Es soll nach der Eröffnung der Klinik in der Kurstadt für die in Köppern verbleibenden Patienten der Suchtabteilung weiter zur Verfügung stehen.

„Im vergangenen Jahr nutzten rund 2.600 Patienten unser Internet-Café. Damit ist es das am meisten besuchte Projekt des Freundeskreises“, betonte der Vereinsvorsitzende Dieter Becker in der Jahreshauptversammlung. Erfreulich sei auch die bereits seit 2017 zu verzeichnende deutliche Zunahme von Gästen, die das Café nicht nur zum Surfen im Web, sondern als Freizeittreff nutzten. „Das alles spricht für den hohen Stellenwert, den unser Internet-Café für die Patienten der Klinik hat. Und wir werden alles daran setzen, auch das Café in Bad Homburg zu einem Erfolg zu führen“, kündigte er an. Damit dies gelinge, benötige man zusätzliche finanzielle Zuwendungen für die Innenausstattung – vor allem Computer, Bildschirme, eine Teeküche und Sitzmöglichkeiten. Aber auch weitere ehrenamtliche Mitarbeiter seien erforderlich, die sich um die Betreuung des Cafébetriebes kümmern. „Spezielle Computerkenntnisse sind dazu nicht erforderlich. Freude an Begegnungen mit Menschen und ein vorurteilsfreier Umgang mit psychisch Kranken werden allerdings vorausgesetzt.“ Informationen zum Freundeskreis Waldkrankenhaus Köppern sind im Internet unter www.emil-sioli.de zu finden. Das Spendenkonto bei der Nassauischen Sparkasse hat die IBAN: DE71510500150248064560.

Die Jahreshauptversammlung wählte ins Vorstandsgremium: Dieter Becker und Barbara Dempsey (1. Vorsitzender und Stellvertretung), Monika Lang (Kasse), Christiane Möser (Schriftführung), Anthony Habash (Presse) sowie die Beisitzer Jürgen Becker, Marcus Hofmann, Sibel Kus, Josef Sürig sowie Sabine und Oliver Mayer.

INFO

Der Freundeskreis Waldkrankenhaus Köppern wurde 2009 gegründet und zählt derzeit 89 Mitglieder. Der Förderverein organisiert Freizeitangebote für Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen, darunter vor allem das Internet-Café in der Köpperner Klinik. Hinzu kommen Specials wie der Tierbegegnungstag an Pfingsten sowie Grill- und Kaffeenachmittage in der Oster-, Faschings- und Weihnachtszeit. Auch der Besuch des „Freundeskreis“-Nikolaus in allen Stationen ist seit mehreren Jahren fester Bestandteil des Vereinsengagements. Außerdem finanziert der Freundeskreis das Projekt „Freunde auf 4 Pfoten“ und damit die 14-tägig in zwei Krankenstationen stattfindenden Begegnungen von Patienten mit Hunden und Kaninchen. Darüber hinaus betreibt der Verein seit 2016 die Wohngemeinschaft „LivingFriends“, in der zwei Personen mit Hilfebedarf ein neues Zuhause gefunden haben. Zu guter Letzt verleiht der Freundeskreis im Abstand von zwei Jahren die Professor-Emil-Sioli-Ehrenmedaille an Persönlichkeiten oder Initiativen, die sich um die Integration von psychisch kranken oder suchtmittelabhängigen Menschen verdient gemacht haben oder sich anderweitig in herausragender Weise für die Belange von psychisch Kranken einsetzen.

In 2018 wurden bei 277 Aktivitäten rund 3.490 Besucher verzeichnet, von denen etwa 2.600 auf das Internet-Café entfielen. Zu den Specials kamen etwa 890 Besucher. In vergangenen Jahr wurden von den Mitgliedern insgesamt rund 3.770 ehrenamtliche Stunden erarbeitet, die Summe aller seit Vereinsgründung geleisteten Stunden beträgt etwa 20.617.

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